Die Signale

Man kann nicht nicht kommunizieren! Paul Watzlawick

Diese Aussage, welche Paul Watzlawick über die menschlichen Kommunikation gemacht hat, gilt genauso auch für unsere Hunde.

Denn solange der Hund wach ist, kommuniziert er mit seiner Umwelt. Neben der eigentlichen Lautgebung benutzt er dazu auch Berührungen, Gerüche, die Körpersprache und Blickkontakte. Im Nachfolgenden beschäftigen wir uns mit den Beschwichtigungssignalen aus der Gruppe der Körper- und Blicksprache.

Zu beachten ist aber, dass ein Signal alleine keine konkrete Information beinhaltet, sondern erst alle Signale zusammen, dem Gegenüber die eigenen Absichten und Befindlichkeiten mitteilen.

Denn Hunde setzen oft das gleiche Signal für unterschiedliche Situationen ein - so kannst du zum Beispiel ein bestimmtes Zeichen einmal als Beschwichtigungssignal, Warnsignal oder Signal für Angst und ein anderes Mal als Übersprungshandlung bei deinem Hund beobachten. Meist sind auch verschiedene Zeichen zu gleicher Zeit zu sehen. Deshalb ist es wichtig, immer auch den Rest der Körperhaltung wie z.B. Ohren- und Schwanzstellung, Lefzenbewegungen, usw. zu beachten, um festzustellen, was tatsächlich in deinem Hund vorgeht.

Mit einiger Übung und der genauen Beobachtung wird es dir aber immer leichter fallen, dies auseinander zu halten und zu entscheiden, ob dein Hund tatsächlich besänftigt oder ob er vielleicht etwas anderes im Sinn hat.

Turid Rugaas hat gegen 30 der Beschwichtungsgesten, Beruhigungssignale und Übersprungshandlungen bei Hunden genauer untersucht und beschrieben. Hier eine kleine Auswahl daraus:

o Augenlider senken, blinzeln
o den Blick abwenden
o den Kopf abwenden
o den Körper abwenden
o züngeln
o gähnen
o Schmatzen
o Schnüffeln
o schütteln
o niesen

o Lefzen blähen
o sich kratzen (meist als Übersprungshandlung)

o Markieren
o Splitten
o Im Bogen gehen
o Langsame Bewegungen
o Erstarren/Einfrieren der Bewegung
o Wedeln
o Pfote heben
o Vorderkörpertiefstellung
   (ist aber oft auch Spielaufforderung)
o Hinsetzen
o Hinlegen

Neben diesen Calming Signals gehören zum Repertoire eines gut sozialisierten Hundes aber auch Drohgebärden, wie

o Bellen
o Knurren
o Zähne zeigen
o Steifer Gang
o Schnappen
o Scheinangriff

Diese setzt er nicht nur in der innerartlichen Kommunikation, d.h. zwischen Hunden ein, sondern warnt damit auch andere Lebewesen davor, näher zu kommen oder ihn weiter zu bedrängen.